Die Ausstellung thematisiert die Verschleppung der jüdischen Bevölkerung aus Baden und aus Teilen des heutigen Rheinland-Pfalz und des Saarlands nach Südfrankreich. Die Nationalsozialisten deportierten über 6.500 Menschen in das Lager Gurs am Fuße der Pyrenäen. Viele starben dort oder auf dem Weg dorthin. Überlebende Lagerinsassen ermordeten die Nationalsozialisten später in den Vernichtungslagern Osteuropas. Die Deportationen vom 22. und 23. Oktober 1940 werden als ein Testlauf für die nachfolgenden massenhaften Verschleppungen gesehen, wie sie in der sogenannten Wannsee-Konferenz organisiert worden sind.

Auf 28 Tafeln wird beleuchtet wie die Jüdinnen und Juden vertrieben wurden, wie die örtliche Bevölkerung sich verhielt, was die Deportierten in Südfrankreich erwartete und wie die Verbrechen in der Nachkriegszeit aufgearbeitet wurden.

Erstellt wurde die Ausstellung von der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz in Berlin. Auftraggeber sind die Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland sowie die Arbeitsgemeinschaft zu Unterhalt und Pflege des Deportiertenfriedhofs in Gurs. Das Projekt in deutscher und französischer Sprache wird vom Auswärtigen Amt unterstützt, die Schirmherrschaft hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übernommen.

„Gurs 1940“ wurde am 7. April 2021 in der Französischen Botschaft eröffnet.

Seither wird sie unter www.gurs1940.de auch digital präsentiert.

Ergänzt wird die Ausstellung im Stadtmuseum durch einen lokalen Beitrag. Auch in Baden-Baden erschienen am Morgen des 22. Oktober 1940 Polizisten und Gestapoleute an den Wohnungstüren der jüdischen Mitbürger*innen und forderten sie auf, innerhalb einer Stunde ihre Koffer zu packen. Wohin die Reise gehen sollte, blieb unklar. Auf der von den Nationalsozialisten erstellten offiziellen Liste der aus Baden-Baden nach Gurs deportierten Jüdinnen und Juden sind die Namen von 116 Frauen, Männern und Kindern verzeichnet. Ihr Schicksal und ihre Lebenswege zeichnet dieser Teil der Ausstellung nach.