geb. 05.04.1872 in Bingen (am Rhein), gest. 06.11.1941 in Récébédou (Lager)

Ehepartner:

Ackermann, Otto (22. September 1852 - 29. April 1933)

Eltern:

Wiener, Pauline Anna, geb. Mohr
Wiener, Philipp

Weitere Angehörige:

Geschwister:
Wachenheim, Georgine Josephine, geb. Wiener
Wiener, Ida Henriette
Wiener, Robert Hermann
Wiener, Sophie Luise
Wiener, Julius Joseph
Dietterle, Elisabeth Klara, geb. Wiener
Wiener, Dr. Josef Karl

Beruf:

Kaufmännische Angestellte

Adressen:

Ebersteinstraße 18b (von Mannheim kommend, 1935-1940)

Weiteres Schicksal:

22. Oktober 1940 Deportation nach Gurs

Bild(er):

Thekla Ackermann wurde am 5. April 1872 als zweites von acht Kindern des Otto Ackermann und der Pauline Anna geb. Mohr in Bingen geboren. Der Vater hatte kurz zuvor in der Bingener Kapuzinerstraße ein Haus erworben und dort ein Schuhgeschäft eröffnet. Thekla verbrachte ihre Schul- und wohl auch ihre Lehrzeit in Bingen. Mit 33 Jahren zog sie zu ihrer ein Jahr älteren Schwester Georgine Josephine, die in Mannheim mit Philipp Wachenheim verheiratet war. Auch die Schwestern Sophie und Elisabeth (verh. Ditterle) sowie der Bruder Joseph lebten in Mannheim. Thekla arbeitete als kaufmännische Angestellte in der Mannheimer Jute-Fabrik.
1907 heiratete sie den 20 Jahre älteren, geschiedenen Otto Ackermann. Das Ehepaar lebte in einem Mietshaus in der Dammstraße 20 im Stadtteil Neckarstadt.
Im April 1933 starb Otto Ackermann. Thekla zog daraufhin Ende Mai 1935 nach Baden-Baden. Schon bei Theklas Zuzug in Mannheim war auf der Meldekarte als Konfession "freireligiös" eingetragen worden; doch jetzt, in Baden-Baden, wurde der Eintrag "evangelisch" gestrichen und durch "Volljüdin" ersetzt. Einmal mehr zeigt sich am Beispiel von Thekla Ackermann, dass Religionszugehörigkeit für die Nationalsozialisten keine Rolle spielte, sondern allein vorgebliche "rassische" Merkmale den Vorwand für Verfolgung, Entrechtung und Ermordung lieferten. Thekla Ackermann wurde am 22. Oktober 1940 von Baden-Baden nach Gurs deportiert. Sie starb am 6. November 1941 im Lager Récébédou, Portet sur Garonne, Département Haute-Garonne, nach Auskunft ihres Neffen Roberto Wiener aus Chile an einer Lungenentzündung (Eintrag Yad Vashem, 2008).

Quellen/Literatur:

StABAD A23/45; StABAD A5/Meldekarte; Gedenkbuch Bundesarchiv; MARCHIVUM/Meldekarte; Dokumentation MARCHIVUM, AZ 25.60.51/8/2021
Eyss, Hans-Josef von, Geschichte der Juden von Bingen von den Anfängen bis 1905, Bingen ²2017, S. 96f.