geb. 30.05.1888 in Odenheim (Bruchsal), gest. 15.08.1953 in New York (USA)
Arzt/Ärztin
Gernsbacher Straße 5 (von Ettlingen kommend, 1920-1921, nach Berlin)
Gernsbacher Straße 5 (von Berlin kommend, 1921-1924)
Lichtentaler Allee 54 (1924-1927)
Lange Straße 104 (1927-1931)
Kernerstraße 3 (1931-1936)
Kaiser-Wilhelm-Straße 1 (1936-1938, nach Amsterdam)
Am 4. Dezember 1938 Emigration nach Amsterdam
Nach dem Abitur in Bruchsal Studium der Medizin und Promotion in Heidelberg, seit 1920 Facharzt für Orthopädie in Baden-Baden. Am 25. April 1933 Entzug der Kassenzulassung, praktizierte für reichsdeutsche wie ausländische Privatpatienten, womit er zahlreiche Devisen, 1937 allein ausländische Werte in Höhe von 17.000 RM, generierte. Aus diesem Grunde wurde ihm im April 1938 nach Hinterlegung der Reichsfluchtsteuer ohne Bedenken der Reisepass für das In und das Ausland verlängert. Damit konnte er nun auch seinen Sohn Ernst Martin (1921, Baden-Baden – 1951) während dessen Studienaufenthalts in St. Gallen, Schweiz, besuchen.
Im Anschluss an die Reichspogromnacht in „Schutzhaft“ genommen und ins Konzentrationslager Dachau überführt. Schon vorher, im September 1938, hatte die Ehefrau Helene (Leni) Fuchs, geb. Levy einen Auswanderungsantrag für sich, ihren Sohn und ihren Mann gestellt, da ihm die weitere Ausübung seines Berufs in Deutschland untersagt worden war. Nach Genehmigung des Antrags verließ die Familie um die Jahreswende 1938/1939 Deutschland, hielt sich einige Zeit in Holland auf und traf am 29. Januar 1940 in ihrer neuen Heimat, New Rochelle, NY, USA ein.
Ihre aus Baden-Baden geretteten Einrichtungsgegenstände, darunter eine Biedermeier-Uhr, ein antiker Lütticher Schrank (Barock, Metallbeschläge), ein handgeschnitzter Bauerntisch, Biedermeier-Möbel, zwei türkische Wandbehänge, Orientteppiche und eine Bibliothek mussten sie in Holland zurücklassen.
StABAD A5/Meldekarte; StABAD A 23-28; StAF F 196/1 Nr. 1849; StAF F 196/1 Nr. 3576; StAF P 303/4 Nr. 2355