geb. 14. Januar 1877 in Mannheim
Grünewald, Gertrud
Fotografin
Maria-Viktoria-Straße 1 (aus Aachen kommend, 1903-1915 nach München)
Fremersbergstraße 24 (1930)
Gartenstraße 11 (1930-1944)
Am 10. Jan. 1944 "nach dem Osten ausgesiedelt" (Meldekarte)
Witwe des am 12.01.1940 in München verstorbenen Dr. Richard Grünewald. 1938 stellte Libe Grünewald einen Antrag auf Befreiung von der Vornamenspflicht Sara. Ihr „arischer“ Ehemann begründete dies damit, dass seine Ehefrau Louise keine Glaubensjüdin, sondern evangelisch getauft sei. "Unsere Einstellung", so fuhr er in seinem Schreiben vom 29. Sept. 1938 fort, "war und ist stets national. Wenn ich gewusst hätte, dass sie jemals als Jüdin gelten soll, hätte ich sie nicht geheiratet." Anstelle des Vornamens Louise Sara bevorzugte sie den jüdischen Namen Libe, der ihr am 9. Mai 1939 genehmigt wurde. Mit dem Tod ihres Mannes am 12. Januar 1940 verlor Libe den geringen Schutz, dem Mischehen noch unterworfen waren. Am 7. Dezember1941 teilte sie der Gestapo Baden-Baden mit, dass sie zu ihrer in München verheirateten Tochter gereist sei und nunmehr in München, Mainzerstraße 3, Parterre Mitte wohne. Wegen unerlaubtem Verlassens des Wohnsitzes wurde gegen sie eine Untersuchung angestrengt.