geb. 19.04.1863 in Gardeja (Garnsee, Polen), gest. 21.01.1941 in Baden-Baden

Ehepartner:

Lipsky, Robert (gest. 1930 Baden-Baden)

Eltern:

Salinger, Berta, geb. Michaelis
Salinger, Hermann

Kinder:

Flehinger, Anna, geb. Lipsky
Lipsky, Ludwig
Rubensohn, Elsa, geb. Lipsky

Weitere Angehörige:

Schwester:
Lipsky, Cäcilie, geb. Salinger

Adressen:

Lange Straße 25/27 (von Braunschweig kommend, 1893-1910)
Lange Straße 71 (1910-1911)
Lessingstraße 1 (1911-1914)
Prinz-Weimar-Straße 10 (1914-1941)

Bild(er):

Eine Angehörige anläßlich der Stolpersteinverlegung:

"Clara was my great grandmother. She and her husband Robert originally owned the department store at. Once my mother's family and her daughter Anne's family left, she remained alone with no one to care for her. The rest of Clara's family were taken to ghettos and then to concentration camps where they all were killed. I have received a copy of some sort of death certificate but nothing was signed so our family will never know exactly what happened to her after the Nazis took the store and her home, etc. It was not the way to end such a grand lady's life. I hope with Mr. Demnig's help, this will allow her spirit to be free and in some way know we are here to bring her home in peace."

Klara Lipsky war die Witwe von Robert Lipsky (gest. 1930), Inhaber des Kaufhauses Lipsky in der Langen Straße 25 mit Filialen in Konstanz, Weinheim an der Bergstraße, Singen, Kaiserlautern und Hanau am Main. Zuletzt lebte sie mit ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn in der Prinz-Weimar-Straße 10.

Ihr Kaufhaus war nach 1933 in Baden-Baden bevorzugtes Ziel der örtlichen Nationalsozialisten, die offen die Kunden des Warenhauses angingen, sie teilweise fotografierten und ihnen für ihren Einkauf mit entsprechenden Konsequenzen drohten. Ähnlich war die Situation in den Filialen, die deswegen deutliche Umsatzeinbußen erlitten und sukzessive veräußert oder aufgelöst werden mussten. So war Clara gezwungen, am 20. August 1938 das Baden-Badener Stammhaus aus "Gründen rassischer Verfolgung" zu veräußern. Für 160.000 RM, der Einheitswert betrug 234.700 RM, ging das Anwesen am 22. Dezember 1938 in das Eigentum der Firma Cordes & Co., Baden-Baden über. Dazu kam ein sehr niedriger, auf 37.000 RM geschätzter Inventarwert. Auf die bei solchen Verkäufen übliche Anrechnung des Firmenwerts musste verzichtet werden, da ansonsten der Verkauf von staatlicher Seite nicht genehmigt worden wäre. Dabei war es – wie die nach 1945 auf Restitution klagenden Erben verwiesen – ein außerordentlicher Firmenwert, reichte doch der Kundenkreis von Karlsruhe bis Offenburg, was den Gesamtwert des Kaufhauses auf knapp 100.000 RM steigen ließ.

Ein im Staatsarchiv Freiburg verwahrtes Verzeichnis der Wohnungseinrichtung in Baden-Baden mit Versteigerungsprotokoll nennt auch Kunstgegenstände und Kulturgut, Gemälde, Stiche, Porzellan, einen handgeschnitzten Schrank und eine Truhe, ein Klavier und echte Perserteppiche.

Quellen/Literatur:

StABAD A23/45; StABAD A5/Meldekarte; StAF F 196/1 Nr. 3926-3928

Hier wohnte
KLARA LIPSKY GEB. SALINGER
JG. 1863
GEDEMÜTIGT / ENTRECHTET
TOT 21. 1. 1941



Stolperstein Prinz-Weimar-Straße 10, verlegt am 25.10.2016