geb. 17.09.1895 in Baden-Baden, gest. 23.05.1953 in USA

Eltern:

Lipsky, Clara, geb. Salinger
Lipsky, Robert

Kinder:

Lipsky, Margit Beate
Lipsky, Herbert Günter Hermann

Weitere Angehörige:

Geschwister:
Felhinger, Anna, geb. Lipsky
Rubensohn, Elsa, geb. Lipsky

Beruf:

Kaufmann

Adressen:

Lange Straße 25/27 (1895-1910)
Lange Straße 71 (1910-1911)
Lessingstraße 1 (1911-1914)
Prinz-Weimar-Straße 10 (1914-1923)
Kronprinzenstraße 1 (1924-1925)
Lange Straße 25 (1925-1928)
Ludwig-Wilhelm-Straße 8 (1928-1933)
Albrecht-Dürer-Straße 6 (1933-1938)
Lange Straße 25 (1938-1939)
Prinz-Weimar-Straße 10 (1939)

Weiteres Schicksal:

Am 31. März 1939 Emigration in die USA

Ludwig Lipsky, in Baden-Baden geboren und groß geworden, übernahm nach dem Tod seines Vaters Robert 1930 die Geschäftsführung des Kaufhauses Lipsky. Das Kaufhaus Lipsky war einer der ersten jüdischen Betriebe in Baden-Baden, der zur Zielscheibe nationalsozialistischer Aggression wurde. Am 10. März 1933 kam es vor dem Kaufhaus Lipsky in der Langen Straße 25 zu einer Menschenansammlung, die von der örtlichen Parteileitung initiiert worden war. Zahlreiche nationalsozialistische Unruhestifter hinderten Kunden am Betreten des Kaufhauses, ebenso am 1. April 1933, dem reichsweiten, öffentlich inszenierten Boykotttag.

Ludwig Lipsky hatte zwar schon nach dem Aprilboykott 1933 mit dem Gedanken gespielt, die Geschäfte zu verkaufen und in die Schweiz auszuwandern. Doch seine Mutter, Clara Lipsky, wollte davon nichts wissen. Sie sah in den Kaufhäusern ein Familienunternehmen, für das sie und ihr Mann ein Leben lang gearbeitet hatten. Ihr fehlte der Blick für die politischen Gefahren und Risiken. Erst 1937/38 - als sich die wirtschaftlichen und persönlichen Repressalien dramatisch verschärften - konnte ihr Sohn sie von der Notwendigkeit überzeugen, die Geschäfte zu veräußern. 1937 wurden die Filialen in Kaiserslautern und Hanau verkauft, im Frühjahr und Sommer 1938 die Geschäfte in Weinheim, Singen und Konstanz. Als letztes veräußerte die Familie das Hauptgeschäft in Baden-Baden am 20. August 1938. Familie Ludwig Lipsky konnte 1939 in die USA emigrieren, Clara blieb in Baden-Baden zurück.

Ein Teil des Umzugsguts von Ludwig und Sylvia Lipsky kam über nicht nachvollziehbare Wege nach Göteborg und wurde dort versteigert. Das erhaltene Inventar nennt auch Kunstgegenstände und Kulturgut, darunter Ölgemälde, zehn Originalstiche aus der Kunstausstellung in Baden-Baden, Bronzen, Figurinen, eine handgeschnitzte antike Uhr, ein Steinway-Flügel sowie das Verzeichnis der in Baden-Baden abgelieferten Silbergegenstände.

Quellen/Literatur:

StABAD A5/123-38; StABAD A5/Meldekarte; StAF F 166/3 Nr. 2945; StAF F 166/3 Nr. 4112; StAF F 196/1 Nr. 5082

Hier wohnte
LUDWIG LIPSKY
JG. 1895
FLUCHT 1939 USA




Stolperstein Albrecht-Dürer-Straße 6, verlegt am 25.10.2016