geb. 05.04.1903 in Baden-Baden, gest. 22.08.1942 in Mannheim
Geschwister:
Rosenberg, Douglas
Rosenberg, Gustav Günther
Kaufmann
Ludwig-Wilhelm-Platz 4 (1927, nach Paris, 1928-1930)
Bismarckstraße 14 (1930-40)
Lange Straße 83 (1940-42)
22. August 1942 Suizid
Beantragte am 04. April 1941 die Ausstellung eines Reisepasses zur Auswanderung in die USA und mit Gültigkeit für die Durchreise nach Spanien. Nach „Rückfragen“ durch die Devisenstelle der Oberfinanzdirektion Karlsruhe verlief das Ausreisevorhaben im Sande. Verzog mit seiner Mutter nach dem Tod seines Vaters nach Mannheim. Dort Freitod am 22. August 1942.
Lebenslauf für die Beantragung eines Reisepasses:
Baden-Baden, 4. April 1941
Ich bin geboren am 5. April 1903 zu Baden-Baden als Sohn des Kaufmanns David Rosenberg. Nach 3-jährigem Besuch einer Vorschule trat ich im Jahre 1912 in das hiesige Gymnasium ein, das ich bis zum Abitur im Jahre 1921 besuchte. Ich machte dann von 1921 bis 1923 meine Lehrzeit auf der hiesigen Filiale der Süddeutschen Diskontgesellschaft durch und blieb dort noch ein weiteres Jahr als Bankbeamter tätig. Dann trat ich in das väterliche Geschäft, Modehaus L. Mayer ein, um mich dort in allen Zweigen des Betriebes auszubilden. Zur Vertiefung meiner Sprachkenntnisse hörte ich im Sommer 1925 ein Semester Vorlesungen an der Universität Lausanne, und vom Frühjahr 1926 bis Frühjahr 1927 war ich in einer Berliner Modefirma tätig, um meine Berufskenntnisse zu erweitern und um Zuschneide- und Zeichenstunden zu nehmen. Im Winter 1927/1928 war ich zur weiteren Berufsausbildung und zur Vervollkommnung meiner Sprachkenntnisse in Paris. Seit dieser Zeit widmete ich meine ganze Arbeitskraft der väterlichen Firma. Leider zwang mich eine in Folge eines Ski-Unfalls im Jahre 1930 eingetretene Nervenerkrankung, die mich am Gehen hindert, meine aktive Tätigkeit in der Firma aufzugeben. Ich konnte mich fortan zuhause für die Firma durch Schreibmaschinen- und Kontrollarbeiten betätigen. Mein Zustand hat sich bis heute noch nicht wesentlich gebessert. Ich muss daher nach meiner Auswanderung nach Nordamerika auf die mir verblieben Fähigkeit, Schreibmaschine zu schreiben, meine ganze Hoffnung für einen Brotwerb setzen.
StAF F 166/3 Nr. 3713; P 303/4 Nr. 2632; StABAD A23/42; Gedenkbuch Bundesarchiv; HStAS 99/001