geb. 7. Mai 1896 in Hamburg

Ehepartner:

Saenger, Gertrud, geb. Göz

Eltern:

Saenger, Dr. med. Alfred

Kinder:

Saenger, Eva Renate

Adressen:

Zeppelinstraße 3 (von Wentorp kommend 1937-1938, nach Norwegen)

Aus dem Lebenslauf für die Beantragung eines Reisepasses,Nov. 1938

Geb. am 7. Mai 1896 in Hamburg als Sohn des Professor Dr. med. Alfred Sänger, Nervenarzt zu Hamburg
1902-1905 Vorschule
1905-1914 Humanistisches Gymnasium
1914 Abiturienten-Examen bei Kriegsbeginn
1914-1919 Kriegsfreiwilliger, zuletzt Leutnant der Reserve
1919-1921 juristische Studium und Geigenausbildung
1921 Referendar-Examen (1. Juristische Staatsprüfung)
1922 Promotion zum Doctor juris
1923 Assessor-Examen (2. Juristische Staatsprüfung)
1924 Syndikus in einer Schifffahrtsgesellschaft
1925-1933 Aktiver Staatsdienst
1925 Assessor in der Wirtschafts- und in der Finanzbehörde
1926 Amtsrichter in Strafverfahren
1927 Regierungsrat in der Finanzbehörde
1930 Regierungsrat in der Justizbehörde
1931 Oberregierungsrat in der Gesundheitsbehörde
Besondere Fähigkeiten: ausgebildetes Violinspiel, Befähigung als Orchestergeiger, Kammermusik-Praxis, genaue Kenntnis der einschlägigen Literatur.
Kraftfahrprüfung und Praxis seit Kriegsbeginn
Verheiratet, eine Tochter, geboren Herbst 1933.

Der Oberregierungsrat Dr. Max August Saenger wurde 1933 aus dem Hamburgischen Staatsdienst entlassen und übersiedelte daraufhin nach Baden-Baden. Nach der Pogromnacht war Saenger für zwei Wochen in Dachau inhaftiert und wurde gegen Versicherung der Auswanderung entlassen. Am 4. Dezember 1938 reiste Max Saenger von Baden-Baden ab und traf am 9. Dezember 1938 in Norwegen ein, wo ihm die Stadt Drammen als Aufenthalt zugewiesen wurde. Bei der norwegischen Judenaktion im Oktober 1942 wurde Saenger von der Gestapo verhaftet und bis zum 27. April 1945 im KZ Grini bei Oslo gefangen gehalten. Nach dem Ende des Nationalsozialismus war Saenger von 1949 bis zu seiner Pensionierung im April 1962 wieder im hamburgischen Staatsdienst tätig. (Hochstuhl)

Quellen/Literatur:

STABAD A23/39
Morisse, Heiko: Ausgrenzung und Verfolgung der Hamburger jüdischen Juristen im Nationalsozialismus. Göttingen 2013, S. 190