geb. 21.10.1878 in Baden-Baden, gest. 18.07.1940 in Grafeneck

Eltern:

Steinel, Sophie, geb. Frank
Steinel, Josef

Adressen:

Weinbergstraße 47 (1878-1917)
Merkurstraße 11 (1917)
Annabergstraße 2 (1917-1924, nach Ottersweier (Hub))

Weiteres Schicksal:

Am 18. Juli 1940 in Grafeneck ermordet

Stephanie Steinel gehört zu den Opfern der NS-Krankenmorde, über die wir so gut wie nichts wissen. Denn die Nationalsozialisten haben ihr nicht nur das Leben genommen, sondern auch die Spuren ihrer monströsen Taten verwischt, indem sie die Akten vernichteten, die detailliertere Auskunft hätten geben können.

Weil sich ihr Name auf einer Abgangsliste der Kreispflegeanstalt Hub befindet, wissen wir, dass Stephanie Steinel zu den Opfern gehörte, die am 18. Juli 1940 nach Grafeneck transportiert und dort ermordet wurden. Die Liste nennt auch ihr Geburtsdatum und den Grund ihres Aufenthaltes in der Pflegeanstalt: Stephanie Steinel war von Geburt an geistig behindert. Wenige ergänzende Informationen lassen sich aus der Meldekarte des Einwohnermeldeamts Baden-Baden gewinnen. Demnach lebte Stephanie bis zum Tod ihres Vaters 1917 (die Mutter war bereits zwei Jahre zuvor verstorben) in der elterlichen Wohnung in der Weinbergstraße 47. Wie sie ihre Kindheit und Jugend verbrachte, ob sie Geschwister hatte - all das ist nicht bekannt. Aber offenbar war niemand da, der sie hätte versorgen können, nachdem der Vater gestorben war. So wurde Stephanie Steinel ins städtische Armenhaus in der Annabergstraße aufgenommen. Von da kam sie 1924 in die Kreispflegeanstalt Hub. Vermutlich ohne Unterbrechung lebte sie dort bis zu ihrer Ermordung 1940 in Grafeneck.

Quellen/Literatur:

StABAD A5/Meldekarte; KA RA 1Hub B1

Hier wohnte
STEPHANIE STEINEL
JG. 1878
SEIT 1917
MEHRERE HEILANSTALTEN
"VERLEGT" 18.7.1940
GRAFENECK
ERMORDET 18.7.1940
"AKTION T4"

Stolperstein Merkurstraße 11, verlegt am 18. Oktober 2021