geb. 22.02.1879 in Groß-Steinheim, gest. 18.06.1957

Beruf:

Fabrikant

Adressen:

Heslichstraße 6 (von Mannheim kommend, 1923-1939, nach London)

Weiteres Schicksal:

Am 14. Mai 1939 Emigration nach London

Bild(er):

Zusammen mit seinem Bruder Moritz Besitzer der Majolika-Fabrik in Schramberg. Mussten diese 1938 an den Gauamtsleiter Alfons Zeller veräußern. Nach dem Novemberpogrom vom 10. November bis 21. Dezember in Dachau inhaftiert.
Nach Rückkehr zur Gestapo bestellt und gefragt, wann er daran denke, Deutschland zu verlassen. Man legte ihm ebenfalls nahe, vorher seine Immobilien zu veräußern. Als Aufkäufer wurde die Trias Stella Metallguss, Baden-Baden Oos, genannt.
Meyer entrichtete eine Judenvermögensabgabe in Höhe von 139.750 RM, eine Reichsfluchtsteuer von über 106.000 RM sowie eine „freiwillige“ Abgabe an den Oberrat der Israeliten in Karlsruhe in Höhe von 27.768 RM.

Über die Veräußerung seines Besitzes berichtet Leopold Meyer in seinem Entschädigungsantrag wie folgt:
"Einzug der Schmuckstücke und Silberwaren:
mehrere tausend Stücke sog. kleinen Schmucks (unter 250,- RM) wurden an das Städtische Leihamt abgegeben, in sechs Lose aufgeteilt und an die einschlägigen Fachgruppen der Goldschmiede und Juweliere zur Unterverteilung abgegeben. Die Fachgruppen haben dann die Gegenstände an ihre Mitglieder, d. h. die einzelnen Schmuckwarengeschäfte, weiter veräußert. Zwar bekam jeder Gegenstand ein eindeutiges Zettelchen (auf dem die Herkunft stand), jedoch vor dem Verkauf in der Regel abgemacht, Spur des Schmucks ließ sich nicht mehr verfolgen." Auswanderungsziel wurde die USA mit Verbringung der Wartezeit in England. Leopold Meyer wanderte am 14. Mai 1939 nach London aus. Eine lange Warteliste mit entsprechender Bearbeitungsdauer im amerikanischen Konsulat verhinderte eine sofortige Weiterreise in die USA, wohin seine Wertgegenstände, Sammlungen, Kunstgegenstände usw. geschickt worden waren. Erst am 23. Mai 1947 kam Leopold in seiner neuen Heimat New York an.

Quellen/Literatur:

StABAD 23/33; StABAD A5/Meldekarte; StAF F 196/1 Nr. 1975